Isra Vision Hauptversammlung 29.03.2011


Bericht von Echo Online vom 30.03.2011


Isra Vision sieht sich auf Erfolgskurs

Hauptversammlung: Höhere Dividende – Firmengründer Ersü plant weitere Übernahmen

Die Aktionäre der Darmstädter Isra Vision AG profitieren vom kräftigen Wachstumskurs des Unternehmens. Wie Vorstandsvorsitzender Enis Ersü gestern auf der Hauptversammlung in Darmstadt ankündigte, will der Weltmarktführer für Oberflächen inspektionssysteme 20 (Vorjahr: 15) Cent je Aktie fürs abgelaufene Geschäftsjahr 2009/2010 (30. September) zahlen.
Für die Aufstockung der Dividende um fünf Cent je Aktie erhielt Ersü freundlichen Applaus der rund hundert anwesenden Anteilseigner, auch wenn der Firmengründer sich kurz zuvor versprochen hatte und eine überaus attraktive Ausschüttung von 20 Euro je Aktie ankündigte. Als daraufhin ein Raunen durch den Saal der Industrie- und Handelskammer Darmstadt ging, erkannte Ersü seinen Lapsus und zog sich elegant aus der Affäre. „Das war nur ein Test, ob Sie auch alle zuhören.“

Ersü nutzte die Hauptversammlung, um den Aktionären die Wachstumsperspektiven des Unternehmens vor Augen zu führen. Isra werde im laufenden Geschäftsjahr sicherlich einen Umsatz von mehr als 70 (Vorjahr: 64,8) Millionen Euro erzielen. Die Ertragslage soll „mindestens stabil, hoffentlich aber noch besser sein“. Ersü bekräftigte das Ziel von Isra, bis 2012/13 einen Umsatz von hundert Millionen Euro zu erzielen. Um dies zu erreichen, könne es in diesem Jahr auch wieder eine größere Akquisition geben. Gespräche mit potenziellen Kandidaten gebe es bereits. Aus Isra-Sicht gelte die Prämisse, dass „eins plus eins vier ergibt“. Um mögliche Übernahmekandidaten soll sich auch der neue Vorstand Eric Ceyrolle kümmern, der vormals beim amerikanischen Isra-Rivalen Cognex als Führungskraft tätig war. Mit Ceyrolle hat Isra künftig fünf Vorstandsmitglieder.
Nicht zufrieden zeigte sich Ersü mit dem aktuellen Kurs der Isra-Aktie. Zwar sei dieser seit gut zwei Jahren nach oben gezogen, mit einer Notierung von derzeit knapp 18 Euro liege das Papier aber 20 bis 30 Prozent unter seinem fairen Wert, so Ersü.
Die Aktionärin und Frankfurter Rechtsanwältin Marion Kostinek wies dagegen auf mögliche Risiken für Isra-Aktionäre hin. So seien einem Investmentspezialisten zufolge in der Bilanz zunehmend Umsätze zwar gebucht, aber noch nicht abgerechnet. Zudem würden die liquiden Mittel von Isra seit Jahren schrumpfen, was angesichts steigender Gewinne eher ungewöhnlich sei. Ersü, der selbst rund 25 Prozent am Unternehmen hält, wies den Verdacht einer drohenden Bilanzblase energisch zurück und übte Kritik an vermeintlichen Finanzprofis. Die Isra-Bilanzierung entspreche internationalen Rechnungslegungsstandards.
Die Hauptversammlung, auf der rund 50 Prozent des Kapitals anwesend waren, endete am Nachmittag. Mit einer Ausnahme segneten Ersü zufolge die Anteilseigner alle Punkte der Tagesordnung ab. Ein neuer Aktienop tionsplan wird demnach nicht aufgelegt – dieser Antrag verfehlte laut Ersü die dafür erforderliche Mehrheit von 75 Prozent sehr knapp.



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